Zeitverschwendungen | Zeitmanagement

3. Juli 2013
Zeitverschwendungen

 

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einer sehr guten Freundin darüber unterhalten, womit wir unsere (Lebens-)Zeit verbringen – und unsere Zeitverschwendungen. Es ist ein großer Unterschied, womit wir sie verbringen wollen bzw. verbringen müssen. Und schließlich gibt es Momente, wo wir Zeit mit Dingen verschwenden, die uns nicht gut tun. Ich habe danach noch lange über das Gespräch nachgedacht (Ich finde es immer wieder erstaunlich, auf welche Themen man kommt, wenn man sich mit vertrauten Menschen lange und offen austauschen kann!) und möchte euch teilhaben lassen an meinen Zeitverschwendungen.

 

Meine Zeitverschwendungen:

 

  • Ich verschwende Zeit mit dem Gedanken daran, was wäre, wenn…

Wenn ich so schön wohnen würde, wie ich es in manchen Blogs sehe. Wenn wir mehr Geld, wenn ich mehr Mut, mehr Zeit, mehr… hätte(n). Und dann muss ich daran denken, wie viel Zeit ich dadurch verliere und die ich nutzen könnte, um das zu nutzen, was ich / was wir habe(n).

 

  • Ich verschwende Zeit mit Angst.

Ich mache mir Gedanken darüber, was schief laufen, was ich vergessen, wo ich andere enttäuschen und wo ich versagen könnte. Die Angst ist meistens völlig unbegründet, aber sie stiehlt meine Zeit, weil ich ihr Raum in meinen Gedanken gebe.

 

  • Ich verschwende Zeit mit alten Fehlern.

Wie oft denke ich an vergangene Situationen, in denen mir etwas nicht geglückt ist oder ich mich bis auf die Knochen blamiert habe und vergesse, dass ich jetzt gerade die Möglichkeit habe, es anders zu machen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Natürlich mache ich immer wieder Fehler, aber ich habe auch die Chance, daraus zu lernen.

 

  • Ich verschwende Zeit mit zu großen Projekten

Eigentlich müsste ich es doch besser wissen. Ziele und Pläne brauche ich in kleinen, überschaubaren Zwischenetappen, um „Land zu sehen“ und vorwärts zu kommen. trotzdem vergesse ich es immer mal wieder und verschwende kostbare Zeit damit, planlos „vor mich hin zu werkeln“, bis ich entweder die Lust verliere oder mich doch hinsetze und Zwischenziele formuliere.

 

  • Ich verschwende Zeit damit, anderen gefallen zu wollen

Oft meine ich, wenn ich „perfekt“ bin und es anderen Recht mache, wird mein Leben viel einfacher sein – eben perfekt! Doch wenn ich ehrlich bin, dann kann ich weder das eine noch das andere schaffen. Und die Zeit, die ich mit den Gedanken daran verschwende, könnte ich nutzen, um einfach „ich“ zu sein.

 

Kommen dir diese Zeitverschwendungen bekannt vor? Womit verschwendest du die meiste Zeit?

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Sabine

Liebe Sonja,

da finde ich mich in einigen Punkten wieder. Dies als Zeitverschwendung zu sehen ist super, daran habe ich noch nicht gedacht. Aber wenn man das tut, erscheint es gleich in ganz anderer Wertigkeit 🙂

Liebe Grüße

Sabine

limeslounge

Guten Morgen, Sonja
Ja, die meisten Zeitfresser kommen mir doch sehr bekannt vor.
Die meisten betreffen ja mich selber und betreffen die Gegenwart und Zukunft, aber die alten Fehler, die mir immer mal wieder in den Sinn kommen, machen mir auch Jahre später noch Bauchschmerzen und das würde ich gerne abschließen können!
liebe Grüße und dass Du es auch schaffst, Petra

Landei

Hm. Das ist eine interessante Frage. Dazu habe ich vor einigen Jahren einen Gottesdienst gestaltet. Mein damalige Botschaft war im Grunde: Liebe Menschen, überlegt euch bitte, was SINNVOLL gelebte Zeit ist. Zeit mit (nicht unbedingt für!) euren Lieben, Zeit mit Gott, Zeit zum Auftanken, Zeit zum Fithalten, Zeit zum Genießen, Zeit zum Arbeiten… und dann legt los! Verbringt eure Zeit mit den Dingen, die euch gut tun, schlagt sie nicht tot. (Das wäre dann das mit der Zeitverschwendung) So in etwa – recht vereinfacht dargestellt. Am Anfang stand "Meine Zeit steht in deinen Händen" – am Ende kam dann "Alles… Read more »

Landei

… In dem Gottesdienst habe ich einen Filmausschnitt aus "Momo" gezeigt. Da kommen diese "grauen Herren", die von der Zeitsparkasse, voll gruselig, kennt ihr die? Das sind überhaupt die ALLERschlimmsten!

Landei

Aus aktuellem Anlass melde ich noch eine FETTE Zeitverschwendung:
Behördenkram, Inkompetenz und Unordnung. Das verschwendet gerade eine ganze Menge meiner Zeit…

ChELseA LaNE

Ein wirklich interessantes Thema! Meine Zeit verschwende ich, nach einiger Überlegung, doch recht vielfältig. Wobei verschwenden sich so hart anhört. Ich vertue meine Zeit mit Angst. Das scheint meine große Hemmschwelle zu sein. Du kannst den Termin nicht halten, habe ich die Anforderungen auch erfüllt, ich kann nicht gut loslassen, aus Angst es passiert etwas usw, usw…! UNd dann kreisen diese Gedanken oft stundenlang in meinem Kopf. Angst hindert mich auch daran manchen Schritt zu wagen. Und andererseits bin ich manchmal das genaue Gegenteil und mache mir keine Gedanken und alles ist gut. Vielleicht ist es das Alter, dass unseren… Read more »

Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter

Das stimmt! Also eigentlich alle Deine Punkte trafen bei mir auch zu… Während des Studiums noch nicht, da hatte ich eine gute und unbeschwerte Zeit… und dann kam die Zeit nach dem Stuium, alles unsicher und auf Jobsuche. Da war ich glaub ich eine große Zeitverschwnderin. Aber nicht mehr, irgendetwas hat sich bei mir innerhalb der letzten Jahre verschoben, seit ich in die Schweiz gegangen bin, weit weit weg von allem, was ich kannte, bin ich igendwie mehr ich selbst geworden. Und so auch weniger Zeitverschwenderin. Und ich finds gut und hoffe, es bleibt so – auch wenn ich nicht… Read more »

evArt

oh – was für ein thema!! angst – seit ich mutter bin ganz besonders stark – das ist jeden tag eine neue herausforderung!
glg eva

Miss JennyPenny

Oh ja, deine Zeitverschwender könnten auch meine sein. Das ist das was uns im Alltag einfach immer so bremst und alles schleppender macht. Nicht so einfach da auszubrechen und immer wieder aufs neue ein Kampf!

Ich hoffe wir gewinnen ihn irgendwann! ;o)

Umarmungen von Jenny

gretel

Jaja, damit beschäftige ich mich auch gerade intensiv, jetzt wo man merkt, dass das Leben nicht ewig währt. Und man muss sich die Fragen wohl auch immer wieder neu stellen. Aber ich merke auch, dass ich besser werde im positiven Zeitvertreib. Schade, dass man in jüngeren Jahren so wenig darüber nachdenkt, da hätte man sich einiges erspart und jetzt scheint die Zeit zu rasen…. lg

Anne

ach Sonja.. du sprichst mir aus der Seele..! Genau diese "Kopfgrütze" schleppe ich (im Moment wieder sehr ausgeprägt) täglich mit mir herum 🙁 Da ist es wirklich beruhigend zu wissen, dass es nicht nur mir so geht und sich die Sachen mal wieder richtig bewusst zu machen. Danke für die "Hilfe" 🙂

Hab einen schönen Mittwoch & viele liebe Grüße
Anne

Anonym

Ich finde es ist immer wieder Zeitverschwendung und schade, wenn man sich mit anderen über Kleinigkeiten streitet oder über Alltagssituationen aufregt und darüber endlos lang diskutiert wird. Meist kommt die Freude über Kleinigkeiten dann zu kurz, weil man so im "sich-Ärgern" festhängt. Z.B. wird stundenlang über alles Mögliche was die Woche blöd gelaufen ist oder wer sich blöd verhalten hast geredet und die Kinder kommen x-mal in der Zeit an und wollen einem ein schönes Bild zeigen, mit einem spielen oder sie toben und lachen ausgelassen um einen herum und statt uns an der unbekümmerten Lebensfreude der Kinder zu erfreuen… Read more »

Flottelotta Blau

Ich gebe zu…ein bisschen sehe ich das wie GAPOL DE…Es würde mich ein wenig unter Druck setzen, wenn ich meine Zeit immer nur sinnvoll nutzen müsste…Es gibt aber durchaus Bereiche, da habe ich mit zunehmendem Alter keine Lust mehr, meine Zeit zu verschwenden…zum Beispiel mit Freunden, die keine Freunde sind…mit unsinnigen Behördenvorschriften…mit Tätigkeiten im Haushalt, die man getrost auch abgeben kann…an Dienstleister…LG Lotta.

Landei

Na ja… es kommt darauf an, was "sinnvoll" bedeutet. Sinnvoll kann durchaus sein, einfach mal abzuhängen, weil es gerade gut tut. Sinnvoll kann es sein, einfach mal ein bisschen Quatsch zu machen, weil es total Freude macht und das Leben lebenswert.
😉
Sinnvoll heißt ja nicht unbedingt "produktiv".

Das LandEi

innen-welt

Dein Titel: Meine Zeit steht in Deinen Händen empfinde ich heute doch etwas im Gegensatz zu dem was du schreibst… Falls Du das Lied / den Text im Hintergrund hast, den ich kenne, geht es gerade darum, das ich meine Zeit eben nicht in meinen Händen habe – und auch nicht haben muss. Ich muss nicht effektiv sein. Ich darf all das zulassen, was unter ökonomischer Sicht als ineffektiv und zeitfressend erscheint. Manche nennen das Entschleunigung. Ich darf Angst haben, ich darf (alte) Fehler machen. Das macht mich zu der , die ich bin. Denn meine Lebens-zeit steht eben letztendlich… Read more »

Anonym

Die Idee gefällt mir,mit den Zeitverschwendern,vielleicht schaffe ich es,wenn ich mir das mehr bewusst mache,das imaginäre Stoppschild hochzuhalten und mich etwas Schönem zuzuwenden.Meine Zeitfresser sind Sorgen und Grübeleien.Ich schaffe es immer wieder mich festzufahren und in meinen Ängsten hängen zu bleiben,das nimmt mir manchmal viel Energie und Zeit.Das Reden über Probleme mit Freunden versuche ich kurz zu halten und entweder Hilfsangebote zu machen oder aber das Thema zu wechseln.Das mit dem Gefallenwollen findet bei mir unbewusst statt und mir mangelt es dann an klarer Abgrenzung,was will ich wirklich,ist dann die entscheidende Frage. Danke dir für diese wunderbare Anregung ,ich werde… Read more »

Bente

Zeitverschwendungen – ja – da sind wir dicht beieinander 🙂
Eigentlich kann ich alles unterschreiben und bleibe mal da.
Liebe Grüße – Monika mit Bente