Unsere Vereinbarkeit | Familie und Job

12. November 2015

Vereinbarkeit

 

Die ersten zwei Wochen im neuen Job sind so gut wie rum, die Fragezeichen im Kopf inzwischen deutlich weniger. Ich bin froh, dass es bisher alles so gut funktioniert, wie wir uns das überlegt und gewünscht haben. Im Vorfeld haben wir uns nämlich viele Gedanken über das Thema „Vereinbarkeit“ gemacht.Die Idee, dass sich Familie, Beruf und Freunde vereinbaren lassen, wenn man nur diszipliniert und organisiert genug ist, ist sehr verführerisch. Die Realität ist jedoch, dass es nur ein Nebeneinander mehrerer Aufgaben gibt, die sich einfach addieren.

Uns ist klar, dass es nun einiges mehr zu organisieren gibt und dass nun ein Job mehr da ist, der Verfügbarkeit, Flexibilität und Konzentration einfordert. Und es werden sicher auch Konflikte auf uns zukommen, wenn wir die Arbeit neu verteilen (Wer macht was, wie, wann?) und hin und wieder in ein Organisations-Chaos geraten, weil eines der Kinder krank wird.

Eine gute Organisation ist zwar notwendig, aber sie garantiert nicht, dass sich Familie und Beruf tatsächlich vereinbaren lassen. Aus diesem Grund haben wir für uns klare Prioritäten gesetzt:Wir möchten unsere Kinder nicht (nur) versorgen und versorgt wissen, sondern ihre Entwicklung mitbekommen und für sie da sein. Unsere Planung beruht deshalb auf unseren und den Bedürfnissen unserer Kinder. Alles andere steht hinten an.

 

Vereinbarkeit bedeutet deshalb für uns ganz konkret:

 

  1. Wir entwerfen als Paar eine gemeinsame Vision von unserem Familienleben.
  2. Bei Entscheidungen konzentrieren wir uns auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder und auf unser Bauchgefühl.
  3. Daraus ergeben sich klare Prioritäten, nach denen wir handeln.
  4. Wir stellen unsere Prioritäten und Entscheidungen über die Meinung anderer und über gesellschaftliche Normen.
  5. Wir geben dort alles, wo wir gerade sind und achten auf ein Gleichgewicht. Was auf der Prioritätenliste ganz oben steht, darf nicht dauerhaft leiden.
  6. Wir suchen nach unserem persönlichen, effizienten Tagesrhythmus.
  7. Wir sagen „Nein“.
  8. Wir versuchen, dem Perfektionismus abzusagen und versuchen, einfache Lösungen zu finden.
  9. Wir haben nach einer Betreuung für unsere Kinder gesucht, bei der wir ein gutes Gefühl haben und unsere Kinder gut aufgehoben wissen.
  10. Wir versuchen, regelmäßig intensive Zeiten mit unseren Kindern, miteinander und alleine zu haben.
  11. Wir versuchen, offen zu kommunizieren – mit Familie, Freunden und Arbeitgebern – und suchen immer wieder neu nach Lösungen.
  12. Wir nehmen uns regelmäßig kleine Auszeiten, in denen wir zur Ruhe kommen können.

 

Und nun bin ich neugierig: Was bedeutet Vereinbarkeit für dich? Wie schaffst du es, Job und Familie „unter einen Hut zu bekommen“? Ich freue mich auf einen Austausch!

Diese Artikel könnten dich ebenfalls interessieren

6
Hinterlasse mir ein Feedback! Bitte habe Verständinis dafür, dass ich Spam und Werbung lösche!

6 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
0 Comment authors
Frau M. vom zehnten Stock Links

Hello! Ich habe dein Posting mit grossem Interesse gelesen, stehen wir hier gerade nach 14 Jahren an dem Knackpunkt der Vereinbarkeit von allem. ich habe vor 4 Monaten meinen Job aufgegeben um mehr Zeit für die Familie zu haben – ich brauchte dringend eine Erholungspause und jetzt befindet sich unser gesamtes Familienleben im enormen Umbruch, dessen Ausgang absolut ungewiss ist. Trotzdem kann ich Dir sagen, daß ich jeden einzelnen Eurer zwölf Punkte genauso unterschreiben würde. Es ist wie immer ein Geben und ein Nehmen und auch wenn es nicht immer sofort klappt, jedem gerecht zu werden, wird sich ein Weg… Read more »

Britta

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das bedeutet für uns immer wieder neu in bestimmten Lebensphasen zu schauen, ob es allen Familienmitgliedern gut damit geht. Und wenn nicht, daraus eine Konsequenz abzuleiten und, wenn nötig, auch mal eine Arbeit aufzugeben. Das war nötig, als mein Jüngster mit der Kita überhaupt nicht klarkam. Ich bereue keinen Tag, der nach meiner Kündigung folgte. Ich erlebe immer noch so viel Unverständnis, gerade von Gleichgesinntinnen, wenn man die Bedürfnisse der Kinder nach Ruhe und zu Hause sein ernst nimmt und dafür in Kauf nimmt, weniger oder gar nicht zu "arbeiten". Ich unterschreibe alle deine Punkte… Read more »

Schöne Dinge von Sonnenblume

Da bin ich auch gespannt, wie das nächstes Jahr wird… ich hoffe, dass Opa und Oma noch lange fit sind und mindestens einmal die Woche den Zwerg vom Kiga abholen können… und dass mein neuer chef dann auch mitspielt und ich so arbeiten darf, wie ich mir das wünsche… nur 1 oder 2 Tage pendeln und den Rest daheim arbeiten.
Grüße Sonnenblume

evArt

Ich habe ein halbes Jahr versucht Job, Familie und mich unter einen Hut zu bringen- und habe dann gekündigt – das Gefühl, dass ich dem Ganzen nicht mehr hinterher komme und die Zeit mit meinen Kindern verpasse war zu groß…
Liebe Grüße Eva

Jenny

Ich bin da voll bei Britta und habe auch schon Arbeit aufgegeben weil es nicht funktioniert hat. Deine Liste kann ich unterschreiben. Allerdings gestaltet sich hier die Realität trotz der Liste immer mal wieder schwierig und manchmal fühle ich mich allein gelassen. Denn trotz aller Vereinbarungen ist "wer macht was" immer wieder Thema und nach wie vor das Schwierigste für mich ist die Situation, wenn ein Kind krank ist. Hier stoße ich häufig auf Unverständnis weil ich nicht bereit bin grundsätzlich Oma einzuspannen sondern selbst für die Kinder da zu sein. Letztendlich ist die Entscheidung trotzdem nicht schwer – die… Read more »

Annika Maas

Das klingt super!!! Vor allem Punkt vier gefällt mir!
Wenn ihr als Familie euren Weg klar und einstimmig vor Augen habt, dann wird das sicherlich ein wundervolles Leben! Alles Gute!