Mein Weg zum Minimalismus | Das Zuhause entrümpeln

25. Februar 2016

Minimalismus ist keine neue Idee, aber für mich wurde er erst vor etwa einem Jahr wirklich greifbar. Ich kaufe sehr gerne ein und lasse mich gerne von schönen Dingen inspirieren. Durch die vielen Blogs sitze ich ja auch geradezu in der ersten Reihe…

Mein Weg zum Minimalismus

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mir das ganze Zeug zu viel wird. Mehr Kram bedeutet mehr Arbeit, mehr Ablenkung. Durch unser Zuhause zu gehen, alles zu betrachten und mich zu fragen “Brauche ich  das alles wirklich?” hingegen empfinde ich als absolut befreiend.

 

Mein Weg zum Minimalismus

 

Ich dachte immer, je mehr ich besitze (und wenn ich erst diese Vase oder diese Tasse oder… besitze), desto besser geht es mir. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Jedes Teil mehr kostet auch mehr Energie und weckt außerdem weitere Begierlichkeiten.

 

Meine Erkenntnisse im letzten Jahr:

  • Ich gebe Geld für wichtige Dinge aus, für Nahrungsmittel, Kleidung, für Dinge, die uns gesund machen, schützen, unterhalten oder glücklich machen. Aber viele der Dinge, die ich kaufe, tun nichts
    dergleichen. Sie stellen sich ziemlich bald als nutzlos und überflüssig heraus. Trotzdem stecken in ihnen meine Lebenszeit und Energie.
  • Trotzdem kann ich mich nicht von allen unnützen Dingen trennen. Stattdessen bekomme ich Schuldgefühle, ärgere mich, dass ich es überhaupt gekauft habe. Ich könnte sie verkaufen, aber das kostet
    wieder Energie und Zeit. Dann lieber nichts tun und die Augen
    verschließen
  • Ich besitze Souvenirs; Geschenke und Erbstücke. Sie sollen mir helfen mich (an schöne Zeiten) zu erinnern. Aber nicht alle sind mit positiven Ereignissen und Gefühlen verbunden.Ich stelle sie ein wenig weiter nach hinten oder packe sie in Kisten. Solange ich sie aber nicht weggebe, gehen auch die negativen Gefühle nicht.
  • Alles, was ich nicht benötige, nicht benutze und was mit unguten Gefühlen verknüpft ist, verstopft mein Zuhause – und meinen Kopf.

Entrümpeln und Loslassen ist nicht einfach, denn es geht nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um meine Gedanken, Gefühle und meine Haltung den Dingen gegenüber. Ich brauch(t)e deshalb mein eigenes Tempo.
Für meinen Kleiderschrank habe ich etwa ein Jahr gebraucht. Immer wieder hatte ich Teile in der Hand, von denen ich wusste, dass ich sie nicht wirklich gerne anziehe bzw. dass sie mir nicht stehen, bevor ich mich von ihnen verabschieden konnte. In anderen Bereichen ging es schneller.
Ich nehme mir die einzelnen Bereiche immer wieder vor und frage mich:

  1. Benutze ich den Gegenstand wirklich (noch)?
  2. Liebe ich ihn?
  3. Würde er mir fehlen, wenn er weg wäre?

 

Auch wenn es erleichternd ist, auszusortieren, so geht es doch am Ende darum, nur noch von Dingen umgeben zu sein, die wirklich wichtig und notwendig sind und die mir wirklich Freude bereiten.

 

Und wenn alles Unnötige weg ist? Dann besteht die Kunst darin, die „Lücken“ nicht wieder zu schließen und shoppen zu gehen. Ich brauchte etwas Zeit, um mich an die neue Freiheit zu gewöhnen. Ich musste mir vornehmen, eine Zeit lang gar nichts zu kaufen. Mittlerweile handhabe ich es so, dass ich für jedes neue Teil ein altes aussortiere.

 

Der Platz und die Ordnung im Haus helfen mir dabei, Ordnung und Frieden in mir drin entstehen zu lassen. Nichts lenkt mich ab und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren: Was ist für mich wichtig? Worauf kommt es mir im Leben wirklich an? Wer bin ich wirklich? 

…und übrigens hat für mich der Minimalismus nichts mit Sterilität und Kargheit zu tun. Auch durch feste Zahlen lasse ich mich nicht einschränken (z.B. bei der Anzahl der Kleidungsstücke im Schrank).

Wie hälst du es mit dem Minimalismus?

Diese Artikel könnten dich ebenfalls interessieren

12
Hinterlasse mir ein Feedback! Bitte habe Verständinis dafür, dass ich Spam und Werbung lösche!

9 Comment threads
3 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
1 Comment authors
Fräulein Ordnung

Toller Beitrag!
Ist genau mein Thema für die kommende Woche 🙂

Liebe Grüße
Denise

Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter

Ach das liebe Entrümpeln… ich bin stetig dabei und freue mich immer wieder, wenn ich eine Kiste Zeug auf dem Flohmarkt verkauft habe… macht ja auch irgendwie Spaß, Wohnung und Kopf frei zu bekommen. : )
Viele liebe Grüße! Julika

ChELseA LaNE

Auch mir ist es noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Den richtigen Dreh finde ich noch nicht. Aber ich beschäftige mich innerlich immer mehr mit dem Thema. Also bin ich auf dem Weg …! 😉
Zu den Trennungsfragen kommt bei mir noch eine dazu: "Würde ich mir dieses Teil noch einmal kaufen!" Denn selbst wenn ich mich nicht trennen kann, muss ich diese Frage oft mit NEIN beantworten. Und schon sehe ich das Teil in einem anderen Licht.
Liebe Grüsse
Claudia

Zimtkätzchen und Zuckerschnecke

Toll! Genau so ist es! Ich bin noch am Üben, aber es wird auch bei mir besser 😀
Liebe Grüße
Dani

Waldgängerin

Hach, das klingt wirklich gut!Genau dieses Thema ist auch bei mir immer wieder präsent. Momentan teste ich mal wieder aus, wie gut ein minimalistischer(er) Kleiderschrank bei mir funktioniert.Bei mir ist es übrigens anders, den Kleiderschrank kann ich inzwischen gut ausmisten, dafür fällt es mir in anderen Bereichen (besonders bei Deko) schwerer. Manchmal packe ich dafür dann Dinge weg (z.B. in den Keller) und notiere das Datum. Wenn ich es nach einer bestimmten Zeit, z.B. einem Jahr, nicht hervorgeholt habe, tue ich es weg. Das hilft mir oft, wenn ich mich gedanklich noch nicht von etwas trennen kann. 🙂Hach, du hast… Read more »

alex.

Liebe Sonja,
bei mir ist's inzwischen schon so, dass ich beim Bummeln manchmal fast was kaufe… es dann doch wieder hinstell und mich auf dem Weg nach Hause so freue, nichts gekauft zu haben :o) Das fühlt sich sehr gut an!
Dinge die mich an nichts Gutes erinnern, kommen weg! Das fällt mir schon immer leicheter ;o)
Trotzdem hab ich noch einen sehr langen Weg vor mir… Aber der Weg ist ja das Ziel :o)
Liebe Grüße
alex.

Beate Wiegard

Meine Rede! Und mit der entsprechenden Unterstützung geht auch das Aufräumen leichter!

Kerstin und ich

Liebe Sonja,Minimalismus gelingt mir in zwei Bereichen schon recht gut: Kleidung und Bad. Schwer tue ich mich mit Deko (Vasen und Bildern kann ich nur schwer widerstehen). Beim Thema Kleidung hat mir das Projekt 333 sehr geholfen: Den Kleiderschrank durchforsten und 33 Kleidungsstücke auswählen, mit denen man die nächsten drei Monate lebt. Der Rest wird aus dem Schrank verbannt. Ich mache das jetzt seit vier Monaten und bin richtig glücklich mit meinem minimalistischen Kleiderschrank. Und ich kaufe weniger, da für das neue Teil ja ein altes Teil raus muss aus dem Schrank. Außerdem fühle ich mich immer sehr wohl in… Read more »

Sandra

Hi Sonja, vielen Dank dass Du Deine Erkenntnisse und Tipps teilst. Das ist wirklich ein toller Anstoß, mal wieder etwas darauf zu achten, was man wirklich braucht… Ich persönlich habe mir auch sehr lange sehr schwer damit getan meine Sachen wegzugeben. Ich habe aber gelernt, dass es besser und wirklich befreiend ist, Dinge loszulassen. Einen kleinen Tipp habe ich für Dich auch. Vielleicht suchst Du ja so wie es mir vor Kurzem ging nach einer Anlaufstelle, bei der Du deine gebrauchten Sachen loswerden kannst. Ich selbst habe seeehr viele Bücher gesammelt und musste die einfach mal aussortieren, denn sie waren… Read more »