„Spielst du mit mir?“ | Die Kontaktanfragen von Kindern | Beschäftigung für Regentage

19. April 2016

Kontaktanfragen von Kindern

 

„Mama, spielst du mit mir?“ Ich habe ein schlechtes Gewissen. Eigentlich immer. Entweder, weil ich meine Kinder vermeintlich mit zu viel Aufmerksamkeit und Entgegenkommen verwöhne oder weil ich zu viel Zeit mit Erledigungen, dem Smartphone, Telefonaten,… verbringe und sie mit „Gleich! Ich habe gerade keine Zeit…“ abspeise.

Ich grübel darüber nach, wie wohl die perfekte Balance aussieht, was für meine Kinder das Beste ist und verliere darüber so langsam das Vertrauen in mein Bauchgefühl.
Ich weiß aber, dass es keine perfekten Eltern und keine perfekten Mütter gibt (und dass das auch gar nicht schlecht ist – wie soll man mit perfekten Eltern erwachsen und selbständig werden?). Ich darf einfach ich selber sein, auf meinen Bauch hören, meine Kinder lieben auf meine Art, mich entspannen und jeden Tag neu mein Bestes geben. Und ich darf meinen Kindern auch mal sagen, dass ich jetzt gerade nicht mit ihnen spielen kann oder möchte.

Vor allem aber möchte ich die kleinen und großen Zeichen meiner Kinder beantworten, mit denen sie versuchen, einen Kontakt zu mir herzustellen.

 

Meine Tipps, um auf die Kontaktanfragen von Kindern einzugehen:

 

  • So oft wie möglich möchte ich meinen Kindern vermitteln, dass sie geliebt sind.
  • Wenn ich mit jemandem Spreche, wünsche ich mir, dass man mir aufmerksam zuhört und mich ansieht. Das möchte ich auch tun, wenn meine Kinder mit mir sprechen.
  • Ich möchte am Leben meiner Kinder teilhaben. Wenn sie etwas erfreut, glücklich macht, beunruhigt, ängtigt, beschäftigt,… möchte ich mehr wissen und teilhaben. Auch wenn der Grund für mich unbedeutend zu sein scheint, für meine Kinder ist er wichtig.
  • Ich möchte mit meinen Kinder spielen. Es gibt viele andere wichtige Dinge zu erledigen, aber gerade gibt es nichts Wichtigeres. Die Zeit zum Spielen kann ich nicht nachholen oder verschieben.
  • Ich möchte meine Kinder zeigen, dass ich froh bin, sie um mich zu haben und sie nach der Schule, dem Kindergarten, am Morgen,… wiederzusehen.

Aber: Ich darf einfach ich selber sein, auf meinen Bauch hören, meine Kinder lieben auf meine Art, mich entspannen und jeden Tag neu mein Bestes geben!

P.S.: Mehr Inspiration und Tipps zum „Abenteuer Familie“ gibt es in meinem E-Kurs „Familie gestalten“.

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fadenvogel

Ich bin schlecht im spielen, aber gut im Einkaufen gehen mit Zwillingen. (Gestern habe ich mir überlegt, ob ich sie mal an einen Managertyp vermiete für einen Großeinkauf. Danach wird er seinen eigenen Stress ganz anders bewerten….) Ich kann daraus eine Erlebnistour machen mit Erkennen von Lebensmitteln, den Supermarkttypen selber Fragen stellen und sich Joghurts aussuchen. Ich bin schlecht im spielen, aber gut in Struktur. Was ich sage, dass passiert, passiert auch. Es gibt einen Plan und jeder kann sich daran orientieren. Ich bin schlecht im spielen, aber ich mag memory total gerne. Manchmal kommen meine Kinder mit der Anfrage… Read more »

Anonym

Hallo. Ich kenn das gefühl auch zu gut. Aber wenn ich zeit habe wird diese zeit auch intensiv genutzt. Dann zählen nur die kids. Dann ist das telefon aus und der Laptop ganz weit weg. Lg daniela

Smilla G.

Hallo Du Liebe,
meine Kinder sind aus dem Alter raus….da sind es eher wir Eltern,die betteln "machen wir mal wieder einen Spieleabend zusammen?". Trotzdem kommen sie natürlich noch mit Problemen oder freudigen Ereignissen zu mir und erwarten dann, dass ich mir Zeit nehme…zuhöre, tröste oder mich mit ihnen freue. Das versuche ich immer….aber manchmal muss auch ich sagen "es geht jetzt nicht". Habe ich dann ein schlechtes Gewissen? ja sicher! Fühlen sich meine Kinder in diesem Moment ungeliebt? sicher nicht!
Du hast Recht: man darf einfach man selber sein. nicht "nur" Mama.
Liebe grüße
Smilla

Schöne Dinge von Sonnenblume

Schöner Post… ich mache aus Haushalt machen auch Spiele 😉 Wäsche aufhängen zum Beispiel. Da gibt mir Zwergi die Wäscheklammern und sucht immer zwei in der gleichen Farbe raus – mal sag ich die Farbe mal er… oder wir spielen Sockenmemory. ER soll jeweils zwei gleiche Socken zusammen suchen. Oder Staubsaugen. ER schiebt das Saugerteil, auf dem sein Hundi sitzt 😉
Die lieben Kleinen sollen schon wissen, dass man sie liebt und gerne was mit ihnen macht – aber sie müssen halt auch merken, dass man im alltag nicht nur Spielen kann.
Grüße Sonnenblume