Wenn ich dringend Pausen und Auszeiten brauche | Tipps für hochsensible Mütter

27. Oktober 2016

Ich liebe mein Leben so wie es ist. Meine Familie, meine Mädels, meinen Job, meinen Freundes- und Bekanntenkreis, das Bloggen und alles, was dazu gehört, unser Zuhause. Trotzdem bin ich ab und zu unendlich müde, fühle mich ausgelaugt und will einfach nur alleine sein. Manche Tage fühlen sich wie eine Dauerberieselung an.

Auch wenn ich auf nichts verzichten möchte, merke ich doch, dass ich noch stärker Prioritäten setzen und mit meiner Kraft haushalten muss. Ich muss in meinem Inneren und Äußeren für Ruhe und Frieden sorgen. Da wo es anderen leicht fällt, abzuschalten oder auszublenden, nehme ich wahr und auf. Das sind zum Beispiel Situationen, in denen beide Mädels gleichzeitig etwas von mir wollen, beide Redebedarf haben oder Bedürfnisse, die schnell gestillt werden wollen. Später merke ich, wie diese Sensibilität ihren Tribut fordert, ich müde und ausgelaugt bin. Ich musste lernen, mir mehr Ruhephasen und Auszeiten zu nehmen als andere sie vielleicht brauchen.

 

hochsensible Mütter

 

Von Zeit zu Zeit muss ich mich fokussieren, auf meine Gedanken und mein Herz achten und für inneren Frieden sorgen. Zu viele Informationen, Neuigkeiten, Erwartungen und Sorgen sorgen für Druck und Chaos in meinem Kopf. An einem bestimmten Punkten muss ich mich sortieren, Klarheit(en) schaffen, um ich selbst bleiben zu können.

Auch um mich herum passieren Dinge, die etwas mit mir machen und verarbeitet werden wollen. Zum Beispiel: Geräusche, Gerüche, An- und Unordnungen. Nicht immer liegt es in meiner Macht, etwas daran zu verändern.

Ich weiß mittlerweile sehr genau, was mir hilft, zur Ruhe zu kommen und ausgeglichen zu sein. Leider übersehe ich meine Alarmsignale viel zu oft und mute mir zu viel zu. Rituale für mich zu finden und sie fest in meinen Alltag zu integrieren, klappt leider noch nicht so richtig gut.

 

Meine Tipps zum Abschalten und Ausruhen für hochsensible Mütter:

 

  1. Nicht zu viele Informationen. Wenn über das normale Maß mit Kindern, Arbeit, Freunden, Internet,… zu viele (zusätzliche) Informationen auf mich einprasseln, entsteht schnell ein Chaos in meinem Kopf. Ich bekomme das Gefühl, nicht mehr hinterher zu kommen und fühle mich überfordert, ausgelaugt und unzufrieden.
  2. Social-Media-Auszeiten. In den sozialen Netzwerken prasseln gleich viele Informationen gleichzeitig auf mich ein. Ich brauche immer wieder Auszeiten von den Informationen und Neuigkeiten, um ausreichend Zeit zum Verarbeiten und Ausruhen zu haben.
  3. Nicht alles und ständig über- und zerdenken. Ich muss mich manchmal selber daran erinnern, nicht zu viel nachzudenken, nicht zu kritisch mit mir zu sein und stattdessen im Hier und Jetzt zu leben, zu genießen und wahrzunehmen.
  4. Ich kümmere mich um unseren Kram. „Their drama is their drama“ und ich muss mich nicht ständig um die Probleme und Sorgen anderer kümmern und sorgen.
  5. Ausreichend Schlaf. Ich brauche ziemlich viel Schlaf. Schlafmangel merke ich nicht hauptsächlich daran, dass ich morgens müde bin, sondern daran, dass ich nicht ausgeglichen genug bin. Wenn ich auf ausreichend Schlaf achte, schaffe ich den Alltag definitiv besser und leichter.
  6. Bewegung. Ausreichend Bewegung und Sport hilft mir, wieder in Balance zu kommen. Frische Luft hilft außerdem dabei, den Kopf wieder frei zu bekommen.
  7. Minimalismus. Ich habe gemerkt, dass es mir (und uns) sehr gut tut, mein und das Familien-Leben so einfach wie möglich zu gestalten: wenig(er) Dinge, die uns belasten, möglichst einfache Routinen, wenig(er) Termine.
  8. Zeit und Platz für mich. Ganz alleine. Und regelmäßig.

 

Kennst du diese Momente auch, in denen alles zu viel wird? Was hilft dir beim Entspannen und Abschalten?

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Isabella

Liebe Sonja, ich kann das sehr gut nachfühlen. Allerdings sind es bei mir weniger äußere Reize wie Lärm oder Unordnung, die mir zuviel werden sondern eher emotionale Eindrücke oder Anforderungen (Job, Kinderbetreuung) vor allem in Kombination mit zuwenig Ruhezeiten. Und ich merke in letzter Zeit immer mehr, dass ich Konflikte schwer aushalte und gern alles harmonisch hätte. Was mir immer hilft ist ein Spaziergang in der Natur, am besten allein. Oder immer mehr auch: meine Gefühle wahrnehmen und akzeptieren. Oder Inspiration in Form von schönen Bildern, Texten, Freunden. Und mit jemadem reden, der einem unvoreingenommen und ohne allzugroße Wertung zuhört… Read more »

LandEi

Ich ergänze deine Liste um den Punkt „Stille“. Diese Informationsflut aus allen möglichen Medien ist das eine – das kann frau relativ leicht abstellen, finde ich. Aber nach 6 Stunden Schule z.B. in denen viele verschiedene Geräusche u Stimmen mich umgeben, die ja nicht alle unbedingt etwas von mir wollen, die einfach nur da sind, komme ich nach Hause und brauche wirklich einfach Stille. Ohne Geräusch. Da geht nicht einmal leise Musik. Außerdem brauche ich Berührungen mit der Natur, um mich wieder in Ruhe und Gleichgewicht zu bringen. Garten, Hundespaziergang, Fotosafari in Wald und Feld , sowas in der Art.… Read more »

Julika - 45 lebensfrohe Quadratmeter

Hach ja. Auszeiten sind auch für nicht – Mamis immer wieder wichtig. Es prasselt so viel auf einen ein, da kann man gar nix gegen machen. Ab und an Zuhause sein, die Bude ausmisten, aufräumen, der Wohnung wieder neue Strukturen geben – ja, das tut gut.
Liebe Grüße! Julika

Ramona

Ich finde mich da genau wieder. Lese ich den Artikel doch gerade, während schon den ganzen Tag ein gesprächiger 4jähriger auf mich einquasselt während ich versuche mich zu konzentrieren, css codes zu entwirren und Arbeit zu tun. Mein Bedürfnis nach Selbstfürsorge und Ruhe ist gerade sehr hoch.

Heike

Liebe Julia, dein Text hat mich so sehr angesprochen, dabei war für mich schon immer klar, dass ich ganz bestimmt nicht hochsensibel bin. Oder doch?? Bei mir werfen sich grade soviel Fragen auf, wir während ich das Gefühl habe, dass endlich Klarheit entsteht…. Hast du Literatur zu dem Thema, die du empfehlen könntest? Gerne auch christliche Bücher
DANKE für deinen Artikel und ganz liebe Grüße,
Heike

Dorthe

Oh, liebe Sonja, das kann ich mal wieder alles unterschreiben. Mir fällt oft schwer, anzunehmen, dass ich ich bin und eben nicht die gleichen Dinge aushalte wie andere Mütter. Aber wenn man das erst einmal geschafft hat (auch in anderen Bereichen), es nicht mehr bekämpft, dann kann man es annehmen und es sich „schön“ machen. Aber wie gesagt, fällt mir noch schwer. Deine Punkte sind eine tolle Hilfe. Besonders der letzte freut mich total. Denn gerade da gucke ich ständig, wie andere das machen … anstatt zu gucken, wie ich bzw. wir es brauchen. Und der Punkt „Stille“ von Landei… Read more »

Dorthe

Ah…grad nochmal gelesen … den vorletzten Punkt meinte ich 😉

Annette [blick7]

Ach liebe Sonja, du schreibst mir aus der Seele. Es ist nicht immer leicht, da hast du Recht. Ich kann jeden deiner Punkte unterschreiben. Eine gewisse Zeit dachte ich, ich sei unnormal und mit mir stimmt etwas nicht. Bis ich von hochsensiblen Personen gelesen habe und so unglaublich erleichtert war. Ich brauche jeden Tag Ich-Zeit, schon Jahre. Ganz alleine. Sonst dreh ich durch. Und ich hab’s auch gerne ordentlich und aufgeräumt um mich rum. Das Reduzierte verstehen nicht all meine Mitmenschen. Dein Punkt vier ist für mich der schwierigste. Ich sage mir immer: focus on your own shit. Ein ganz… Read more »

Meine Themen und Herausforderungen für 2017 - wertvoll-blog

[…] Auszeiten (alleine oder als Paar) einplanen. Auch wenn ich mittlerweile sehr genau weiß, wie wichtig solche Zeiten für mich sind, übersehe ich meine Alarmsignale leider viel zu oft und mute mir zu viel zu. Deshalb möchte ich […]