Über verpasste Momente | Achtsamkeit

8. November 2017

Für den November habe ich mir vorgenommen, besser mit meinen Energien zu haushalten und mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich bewegen will, anzunehmen, was ich gerade nicht verändern kann oder will und darauf zu vertrauen, dass sich Dinge von alleine regelt. Zum Annehmen gehört für mich aber auch, dass ich weniger über das nachdenke, was in der Vergangenheit nicht gut gelaufen ist und das, was ich alles zu tun habe. Ich möchte achtsamer das wahrnehmen, was gerade ist.

In meinem Alltag sieht das sehr oft anders aus: Das Frühstück mit der Familie könnte so schön sein, doch die Gedanken kreisen bereits um die Herausforderungen am Arbeitsplatz. Beim Mittagessen brummt der Kopf wegen der Nachmittagsplanung. Abends auf der Couch geht mir der Tag durch den Kopf und ich plane für den nächsten Tag.

 

Auszeit am MeerAchtsamkeit

 

Kommt dir das auch bekannt vor? Ich ärgere mich oft über mich, wenn ich bemerke, dass ich mit meinen Gedanken entweder in der Vergangenheit fest hänge oder mir Gedanken und Sorgen über die Zukunft mache. Ich bin mit meinen Gedanken unterwegs und verpasse dabei das, was gerade um mich herum passiert. Ich schmecke nicht, was ich gerade esse, verpasse, wie meine Kinder lieb miteinander spielen, sehe den schönen Himmel beim Sonnenuntergang nicht. Ich verpasse Momente, in denen ich das Leben einfach annehmen und genießen und zur Ruhe kommen kann.

Dabei kenne ich eigentlich das Zauberwort, kann es nur oft im Alltag nicht umsetzen: Achtsamkeit. Momente der Achtsamkeit und Ruhe helfen mir, trotz vieler Termine, Aufgaben und Zeitdruck ausgeglichen, zufrieden und stabil zu bleiben. Achtsamkeit ist ein Zustand der Entspannung bei gleichzeitig hoher Präsenz. Es bedeutet, ganz bewusst im Augenblick zu leben, zu beobachten ohne zu (be-)werten oder zu bekämpfen.

Und weil das bei mir leider nicht von alleine funktioniert, nehme ich es mir für die nächste Zeit vor, plane es mir ein, nutze kleine Erinnerungen. Die folgende Übung habe ich schon häufiger ausprobiert und ich finde sie super hilfreich, um ein Gefühl für Achtsamkeit zu bekommen.

 

Auszeit am MeerAchtsamkeitsübungenAchtsamkeit

 

Achtsamkeitsübung im Café:

Ich setze mich in ein Café in einer belebten (Einkaufs-)Straße, am besten gegenüber von einem großen Geschäft. Ich beobachte ganz entspannt, welche unterschiedlichen Menschen die Straße entlang gehen und aus dem Geschäft herauskommen. Ich nehme sie alle, einen nach dem anderen, wahr, aber ich gehe mit keinem von ihnen (gedanklich) mit nach Hause. Ich sehe sie und sie verschwinden wieder. So wie die Menschen von ganz allein aus dem Geschäft herauskommen, so kommen meine Gedanken, Bilder, Empfindungen und Ideen von ganz allein aus meinem Inneren heraus. Die Kunst ist es, nicht nachzudenken, nicht zu analysieren, sondern alles nur zu beobachten. Auch das, was ich nicht verstehe. Statt dem Café eignen sich auch andere, ähnliche Szenen zum Üben.

 

Achtsamkeit im Alltag ausprobieren

Es muss aber nicht gleich so aufwändig sein. Auch im Alltag lassen sich bewusst kleine Momente der Achtsamkeit einbauen:

  • Ich springe morgens nicht einfach aus dem Bett, sondern nehme mir noch einige Minuten, um zu spüren, wie sich mein Körper am Morgen anfühlt, welche Geräusche ich höre, usw.
  • Im Zug auf dem Weg zur Arbeit kann ich die Menschen um mich herum beobachten. Was tun sie, wie schauen sie, wie bewegen sie sich? Ich beobachte, aber ich bewerte sie nicht.
  • Ich halte mir eine Minute lang die Ohren zu und horche in mich hinein. Dann öffne ich die Ohren wieder und höre eine Minute lang auf die Geräusche um mich herum.
  • Ich schaue mich ganz bewusst an meinem Arbeitsplatz um und lenke meinen Blick auf das „Dazwischen“: Was befindet sich zwischen zwei Möbelstücken, zwischen Büchern und Ordnern, zwischen Tesafilm und Klebestift usw.?
  • Beim Essen konzentriere ich mich einige Bissen lang auf den Geschmack des Essens. Wie fühlt es sich an, welche Konsistenz hat es, wie schmeckt es, wie verändert es sich?

Kennst du das Gefühl, gedanklich oft in der Vergangenheit oder der Zukunft zu hängen? Wie schaffst du dir in deinem Alltag Momente der Achtsamkeit?

P.S.: Die Bilder in diesem Post sind während unseres Kurztripps nach Zeeland in den Herbstferien entstanden.

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Ursula

Ja auch bei mir gestaltet es sich gerade schwierig. Eigentlich wollte ich es anders machen im November. Gestern gegen 18.00 Uhr merkte ich dass ich meinen Geldbeutel nicht finde, ich geriet derart in Panik die mir Angst machte (ich hab ihn gefunden nach gut einer Stunde). Ein eindeutiges Zeichen, dass ich mich ändern muss und sich was ändern muss. Meine Gesundheit steht an aller aller erster Stelle.
Auch ich hab festgestellt ohne „Plan“ und „TodoListe“ wird das nichts.
LG
Ursula