Laufen, ohne (weiter) abzunehmen | Ein Laufbuchtipp und ein Ausflug ins Neandertal

14. Juni 2018

Ich weiß, dass sich viele vom Sport erhoffen, ein paar Kilos zu verlieren. Als Nebeneffekt oder auch als Hauptgrund, um mit dem Training zu beginnen. Bei mir ist das anders. Ich mache Sport, um mehr Ausdauer zu haben, meine Muskeln zu stärken, beweglich zu bleiben und mich fit zu fühlen, aber abnehmen sollte ich nicht weiter.

Seit ich im vergangenen Jahr mit dem Laufen begonnen habe und mich langsam immer weiter gesteigert habe, habe ich bemerkt, dass ich immer weiter abnehme. Manchmal fühle ich mich nach einem 10km-Lauf eine Woche lang völlig schlapp. Andere erzählen mir, dass sie mit dem Training auch einen entsprechenden Hunger entwickelt haben oder Appetit auf spezielle Dinge. Das ist bei mir leider nicht so. Im Internet gibt es haufenweise Tipps, um durch das Laufen (schneller) abzunehmen: „Die besten Lauftipps zum Abnehmen“ oder „Richtig Abnehmen durch Joggen und Laufen“. Für meine Frage („Laufen und trotzdem das eigene Gewicht halten“) habe ich bisher nichts seriöses gefunden. Dabei laufe ich keinen Marathon, sondern „nur“ etwa 10km. Und auch wenn viele das als „Luxusproblem“ sehen, macht mir der Energieverlust sehr zu schaffen. Also musste ich mich selbst auf die Suche machen…

 

Neandertal

 

Laufen und trotzdem das eigene Gewicht halten

Mit dem Laufen aufzuhören ist für mich keine Option. Denn Laufen macht mir richtig viel Spaß und ich kann es fast überall, ohne Studio oder Geräte, machen. Ich merke, wie sich meine Kondition verbessert, ich habe keine Kreislaufprobleme mehr, fühle mich beweglicher und bin super selten krank. Was mir momentan hilft, mein Gewicht zu halten und trotzdem zu laufen:

  • Ich baue mehrere kleine Zwischenmahlzeiten am Tag ein (Bananen, Nüsse, etc.) und achte darauf zu essen, auch wenn ich keinen großen Hunger habe.
  • Ich orientiere mich an Ernährungsempfehlungen für Marathonläufer: Mehr Kohlehydrate (Vollkornprodukte, Getreide, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken,…) und verschiedene Öle. Vor dem Training brauche ich etwas leichter verdauliches (Banane, Weissbrot, etc), nach dem Training etwas, um wieder Energie zu tanken (Vollkornbrot, Nudeln, etc.).
  • Viel trinken. Ich trinke grundsätzlich zu wenig, nun versuche ich aber, regelmäßiger zu trinken.
  • Ich trainiere abwechslungsreicher und in verschiedenen Herzfrequenzzonen.

Kennst du das auch, dass du beim Laufen zu viel abnimmst? Was hilft die dabei, dein Gewicht trotz Laufen zu halten?

Viele Freunde schwören auf Laufpläne, um sich zu motivieren. Ich habe gemerkt, dass Laufpläne für mich nicht funktionieren. Sie demotivieren mich eher und ich verlerne, auf meinen Bauch zu hören, was die Trainingsintensität angeht. Allerdings finde ich es hilfreich, mich mehr mit dem zu beschäftigen, was beim Lauftraining im Körper passiert. Super hilfreich finde ich dafür das folgende Buch, dass sich sowohl an Anfänger wie auch an Fortgeschrittene und Marathonläufer richtet:

 

Das große LaufbuchNeandertalLaufen ohne abzunehmen

 

Das grosse Laufbuch – Alles, was man übers Laufen wissen muss„* von Herbert Steffny

Dieses über 400 Seiten dicke Allround-Buch hat meine Fragen beantwortet. Es beginnt bei der Geschichte des Laufens und behandelt Themen wir Motivation, die nötige Ausrüstung, die Biologie des Laufens, Trainingssteuerung, beschreibt den Unterschied zwischen Jogging, Running und Cross-, Berg- und Ultralauf sowie das Training für einen Marathon, Gymnastik und Laufstil, Ernährung und Wettkampfernährung, Auslaufen. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich speziell mit Frauen und den biologischen Unterschieden, was ich sehr spannend fand, und ein weiteres mit dem Laufspaß, der nicht verlorengehen sollte. Hier finde ich vor allem die Tipps zum Laufen bei Hitze und Kälte sehr hilfreich, denn ich merke, dass mir gerade jetzt die Hitze sehr zu schaffen macht. Interessant waren für mich außerdem die Erklärungen zu den verschiedenen Trainingsformen und -zielen und die Bedeutung der Herzfrequenz für das Training. Auch wenn ich bisher gut damit gefahren bin, auf meinen Bauch zu hören, wüsste ich zwischendrin doch gerne, in welchem Trainingsbereich ich mich gerade befinde. Leider habe ich noch immer keine geeignete Uhr gefunden, die mich beim Training unterstützt.

Es gibt viele Laufpläne im Buch für unterschiedliche Laufziele, die ich für mich jedoch nicht nutze. Was ich regelmäßig nutze sind die Dehnübungen, die bebildert und sehr gut beschrieben sind. Ich habe das Buch einmal von vorne bis hinten durchgelesen, weil es sehr informativ und abwechslungsreich geschrieben ist, viele Boxen mit extra Informationen und Geschichten und viele Bilder und Grafiken enthält. Nun ist es, versehen mit kleinen Post-its, zum Nachschlagewerk für mich geworden.

P.S.: Die Fotos sind bei unserem Ausflug ins Neandertal entstanden.

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Vera

Liebe Sonja, wie hast Du es geschafft, Dein Lauftraining in der kalten Jahreszeit fortzusetzen und Deine tolle Kondition über den Winter zu „retten“? Hast Du gute Tipps? Das ist immer mein Problem.. Herzliche Grüße, Vera