Jobwahl: Gehen oder bleiben? Was das mit Selbstliebe zu tun hat und wo ich jetzt sonst gerne wäre

5. Oktober 2018

Manchmal nervt mich meine Arbeit. Das können Aufgaben sein oder Kollegen. Oder ich stelle meine gesamte Berufswahl in Frage. Meist ist das aber schnell wieder vorüber. Schlechte Tage gibt es immer mal. Kein Grund zum kündigen. Ganz im Gegenteil: Ich bin mit meinem Job sehr zufrieden!

Kurz vor unserem Sommerurlaub habe ich meinen Job gewechselt. Ich arbeite noch immer im selben Team und demselben Projekt. Es war Zeit für eine Veränderung und Weiterentwicklung und ich hatte die Möglichkeit, dies bei meinem Arbeitgeber zu tun. Darüber bin ich sehr glücklich, aber es hätte natürlich auch anders kommen können…

 

DreamscapesJob - gehen oder bleiben?

 

Gehen oder bleiben? Diese Frage stellt sich sicher jeder ab und zu. Und wenn es mehr ist, als ein schlechter Tag, wenn die Frage immer häufiger kommt und die Gedanken dominiert, dann sollte eine wohl überlegte Entscheidung her. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich gut für mich sorgen und mit mir umgehen möchte, es wichtig ist, in welchem beruflichen Umfeld ich mich befinde. Ich muss mich wohl fühlen und das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun. Ich möchte meine Fähigkeiten einbringen und mich weiter entwickeln können.

Was hat Selbstliebe mit meinem Job zu tun?

Hier ist Selbstliebe für mich entscheidend. Wenn ich mich ernst nehme, kann ich auf meine innere Stimme hören. Ich bemerke, dass etwas nicht in Ordnung, nicht stimmig ist. Wenn ich gut mit mir umgehe, verbleibe ich nicht in der Situation, die sich nicht gut anfühlt, sondern gehe dem Gefühl nach und überlege, was genau nicht stimmt: Die Arbeit an sich, der Umgang miteinander, die Arbeitsumgebung,… Wenn etwas nicht stimmig ist, sollte ich für mich selbst einstehen und etwas verändern. Das kann bedeuten, kleine oder größere konkrete Dinge anzustoßen und zu verändern oder auch den Job zu wechseln. Wenn ich mich selbst liebe, möchte ich, dass ich in der für mich bestmöglichen und -passenden Stelle arbeite, mit meinen Fähigkeiten etwas Sinnvolles tun und weiter wachsen kann und jeden Tag gerne dort bin. Wenn ich mich ernst nehme, kann ich keine Stelle dauerhaft ausfüllen, die mich nur langweilt oder mich ständig überfordert, wo ich mich unwohl fühle, keinen Sinn erkennen kann oder meine Fähigkeiten nicht einsetzen kann.

 

Coffeetable

 

Für mich waren die Zeiten, in denen ich nach den Geburten zu Hause war eine Gelegenheit zur Um- und Neuorientierung. Ich bin nie zu der Stelle zurückgekehrt, in der ich vorher gearbeitet hatte. Denn ich habe mich weiter entwickelt.

Natürlich ist Bleiben manchmal eine gute Option: Ich habe vielleicht eine sichere Position, ich weiß, was ich habe, ich weiß, wie „es läuft“. Etwas Neues zu wagen bedeutet Arbeit und es kostet Energie: Ich muss mich (neu) orientieren, Bewerbungen schreiben, mich in Vorstellungsgesprächen bewähren. Außerdem weiß ich nicht genau, was mich in einem neuen Job erwartet.

Gehen oder bleiben? Fragen zur aktuellen Jobsituation

Nicht immer merke ich sofort, wenn etwas nicht gut läuft. Und andersherum kann ich mich in schlechte Momente ziemlich reinsteigern. Mir hilft es deshalb, mir regelmäßig die folgenden Fragen zu stellen:

  • Fühle ich mich und meine Leistungen ausreichend gewertschätzt? (Die Bedürfnisse nach Wertschätzung können sehr unterschiedlich sein. Hier hilft mir die Frage danach, welche Art von Wertschätzung ich mir wünschen würde und wo ich vielleicht Wertschätzung erhalte, ohne dass ich sie bisher als solche wahrgenommen habe.)
  • Habe ich die Möglichkeit, mich weiter zu bilden und weiter zu entwickeln? (Hier ist es wichtig, dass ich mir selber Gedanken darüber mache, in welche Richtung ich mich weiter entwickeln möchte. Wenn ich das weiß, kann ich dies in Gesprächen kommunizieren.)
  • Fühle ich mich mit Kollegen wohl? (Auch hier ist meine Erfahrung, dass es einen großen Unterschied machen kann, wenn ich Klarheit für mich habe, wie ich mir die Kommunikation und das Miteinander wünsche – und entsprechend handle. Ist der Umgang aber für mich untragbar, muss ich für mich Konsequenzen ziehen.)
  • Fühle ich mich gut, wenn ich abends nach Hause komme? (Da ich auf der Arbeit selbst oft meine innere Stimme nicht gut hören kann – vor allem dann, wenn es stressig ist – ist mein Gefühl abends, wenn ich zur Ruhe komme, ein guter Wegweiser für mich.)
  • Macht mein Job Sinn für mich? (Weiß ich, wofür ich arbeite? Kann ich mich über meine Ergebnisse freuen?)
  • Kann ich im Job geben , was ich gut kann und meine Fähigkeiten einsetzen? (Meine Erfahrung ist, dass es auf Dauer unglücklich macht, wenn ich meine Fähigkeiten nicht einsetzen oder sie ausbauen kann. Wichtiger als Ansehen oder Bezahlung ist für mich, dass der Job zu mir und meinem Können passt.)
  • Was würde ich aufgeben, wenn ich gehen würde? (Jede Veränderung bedeutet, für Neues auch etwas Altes aufzugeben. Ich finde es deshalb wichtig, zu wissen, was ich aufgeben würde: Das Arbeiten mit lieb gewonnenen Kollegen, bestimmte Aufgaben, die Spaß machen oder besondere Vorzüge des aktuellen Arbeitgebers. Wäre ich bereit, mich hiervon zu verabschieden?)
  • Was würde ich aktuell (noch) lieber tun? (Wenn ich wirklich über einen Jobwechsel nachdenke, brauche ich eine sehr klare Vorstellung davon, was ich (noch) lieber machen möchte – und wie ich dorthin komme.)

Hast du schon einmal den Job gewechselt, weil der alte nicht mehr gepasst hat? Was sind für dich Kriterien zu bleiben oder zu gehen?

 

Dreamscapesjobwechsel

 

Wo ich jetzt gerne wäre: „Dreamscapes*“ von Claire Takacs

Bei der Gartenarbeit kann ich am besten entspannen und wenn ich unterwegs bin, besuche ich am liebsten botanische Gärten. Claire Takacs entführt mit ihrem Buch in 70 unterschiedliche Gärten auf der ganzen Welt. (Es ist ein Garten aus Deutschland dabei!) Sie erzählt zu jedem Garten ihre eigene Geschichte, was sie mit dem Garten und den Besitzern verbindet und wie die wunderschönen Fotos entstanden sind. Und sie erzählt etwas über den Garten selbst, seine Entstehung und seine Besitzer.

Der Tag, an dem ich den Garten mit meiner Kamera erforschte, war ein ganz besonderer. Nebel stieg von einem nahe gelegenen Staudamm auf, und das frühe Morgenlicht war weich und perfekt. Ich hatte den Garten schon am Abend zuvor besucht, wie ich das möglichst immer mache, zum einen, um die Besitzer zu treffen, aber auch um den Garten kennenzulernen und erste Aufnahmen zu machen. (…)

Text und Bilder passen wunderbar zusammen und ich möchte so gerne ebenfalls alle diese wunderschönen Gärten (und Länder) kennen lernen. Toll zum Wegträumen – und Verschenken!

(*Amazon-Partnerlink)

 

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Uta

Liebe Sonja, danke für den wunderbaren Buchtipp! Dein Satz „Bei der Gartenarbeit kann ich am besten entspannen und wenn ich unterwegs bin, besuche ich am liebsten botanische Gärten.“ könnte von mir stammen. Mir geht es genauso. Liebe Grüße, Uta