Familienurlaub im Allgäu und meine Lieblingsbücher im August

22. August 2019

Frisch zurück aus dem Urlaub und ich würde am liebsten gleich wieder los… Unseren Familienurlaub haben wir in diesem Jahr im Allgäu verbracht. Basis war für uns der Campingplatz am Waldbad in Isny, den wir sehr empfehlen können.

Allgäu
Klostercafe Ottobeuren
Vilsalpsee

Unser absolutes Highlight war unser Tag am Vilsalpsee in Tirol. Der See und die Landschaft um das Tannheimer Tal sind einfach traumhaft schön. Zum See ging es vom Tal aus mit einem Bus. Der Schotterweg um den See breit und gut zu begehen. Am hinteren Ende des Sees ist die bewirtschaftete Vilsalpe. Von dieser führt ein Rundweg weiter zum wunderschön gelegenen Wasserfall „Bergacht“, nicht mehr ganz so breit und gerade, sondern über Stock und Stein, durch Wald, über Wiesen, entlang und durch Wasser.

Leider war das Wetter sehr wechselhaft und so konnten wir nicht so viel wandern gehen wie wir uns das erhofft hatten. Weitere Wanderungen für Familien (sehr gut beschrieben und nach Schwierigkeitsgraden sortiert) gibt es in dem Buch „Erlebniswandern mit Kindern Allgäu. Mit vielen spannenden Freizeittipps. 30 Wanderungen und Ausflüge*“, das wir uns von Freunden ausgeliehen hatten. Trotzdem hatten wir eine gute Zeit.

Unsere Ausflüge als Familie im Allgäu

Neben der Wanderung am Vilsalpsee waren wir am Eistobel. Dort gibt es nach dem Weg am Wasser entlang mehrere Möglichkeiten, einen Rundweg zu laufen. Sehr gerne währen wir noch durch die Breitachklamm gewandert, aber das Wetter hat es leider nicht zugelassen.

Empfehlen können wir den 1,5km langen Barfussweg im Kurpark in Bad Wörishofen, die beeindruckende Benediktinerabtei in Ottobeuren, die schöne Altstadt der Stadt Wangen (und hier vor allem die Patisserie de Pierre) und das Bauernhausmuseum Wolfegg. An einem total verregneten Urlaubstag waren wir im Erlebnismuseum inatura in Dornbirn / Österreich. Kinder dürfen alles ausprobieren und anfassen.

Wasserfall Vilsalpsee
Vilsalpsee
Reisebücher
Ottobeuren
Vilsalpsee

Meine Urlaubsbücher in diesen Ferien waren unter anderem diese drei hier:

Camp – Die Freiheit unter dem Sternenhimmel*“ von Luc Gesell

Dieses Buch hat mir schon vor dem Urlaub meine Vorfreude vergrößert. Es zeigt, wie traumhaft schön und absolut unterschiedlich das Leben in der Natur sein kann. Dabei wechseln sich zu verschiedenen Themen (zum Beispiel Campen mit Kindern, Backpacker-Camping, Leben in großer Höhe oder Campen am Fluss) wunderschöne Fotos, persönliche Geschichten, Interviews und praktische Tipps ab. Anleitungen und Tipps gibt es zum Beispiel dazu, was die besten Arten sind, Kaffee am Lagerfeier zu machen, Bushcraft auszuprobieren, im Freien zu kochen oder secret spots zu finden.

Spätestens beim Campen in der Felswand bin ich persönlich raus, aber die Interviews und Geschichten fesseln und machen Lust darauf, der Natur selber auf die eigene, passende Art und Weise näher zu kommen. Als Inspiration für eigene Abenteuer oder einfach zum Anschauen – das Buch ist ein Traum!

Nie mehr schämen – Wie wir uns von lähmenden Gefühlen befreien*“ von Stephan Konrad Niederwieser

Ich konnte bisher mit dem Begriff Scham wenig anfangen und habe stattdessen von Angst, Wut oder Verlegenheit gesprochen. In diesem Buch konnte ich eine Menge lernen: Es gibt einen tiefen Einblick in das Thema Scham und wofür sich Menschen schämen – zum Beispiel ihren Körper, ihre Gesundheit, ihre Herkunft, ihren Status, ihre Talente und Fähigkeiten, Sexualität oder Gefühle. Scham gehört zur Grundausstattung des Menschen dazu. Er ist hilfreich, um uns mitzuteilen, dass etwas nicht stimmt und reagieren wir adäquat, vergeht er wieder. Er wirkt gegen die Überlastung unseres Nervensystems, wie eine Art Bremse oder Lähmung. Bei kleinen Kindern, die sich nicht beachtet fühlen, führt diese Starre im Idealfall dazu, dass sich die Mutter Sorgen macht und kümmert und das Kind so lernt, sich selber zu regulieren und zu einer Vertrauensbeziehung zwischen Mutter und Kind.

Wird Scham jedoch zu einem primären Modus, aus dem wir uns selbst heraus wahrnehmen, wird er chronisch. Das führt dazu, dass wir nicht mehr angemessen reagieren können: Wir beziehen Stimmungen und Reaktionen anderer auf uns selbst, lenken Wut und Aggression gegen uns selbst, statt uns abzugrenzen oder halten unsere natürlichen Impulse für schlecht. Diese chronische Scham kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Der Autor beschreibt diese anhand vieler praktischer Beispiele und zeigt außerdem viele Übungen auf, wie man die eigene Scham erkennen und mit ihr umgehen kann. Vor allem am Ende des Buches gibt es eine Vielzahl an Übungen, von denen ich einige in der nächsten Zeit ausprobieren möchte.

Ein Gedanke aus dem Buch, der mich noch immer beschäftigt: Menschen, die sich selbst chronisch schämen, beschämen andere, um sich selbst so größer zu fühlen und von ihrer eigenen Scham abzulenken. In der Geschichte und unserer Gesellschaft gibt es viele Beispiele, wo Menschen und Menschengruppen beschämt und entrechtet wurden und werden: „Indem man Menschen Rechte abspricht, lässt man sie wissen: „Du bist minderwertig.“ Mit dieser Entwürdigung werden Menschen gefügig gemacht, damit sie sich leichter missbrauchen und ausbeuten lassen.“ Ein krasses Beispiel hierfür ist die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus. Ein anderes die Rechte von Frauen: Universitäten gibt es seit dem 12. Jahrhundert, Frauen dürfen erst seit dem 20. studieren, erst seit 1918 wählen, in anderen Bereichen gibt es noch immer Unterschiede (Gender Pay Gap, Zugang zu Vorstandsposten, etc.).

Das sehr lesens- und empfehlenswerte Buch endet mit Tipps für Eltern im Umgang mit der Scham ihrer Kinder, damit diese bindungsfördernd und nicht chronisch wird.

Das Handvoll-Prinzip für die ganze Familie*“ von Suzy Wengel

Das Buch richtet sich an Familien, die sich gesünder ernähren oder Gewicht verlieren wollen. Ich wünsche mir vor allem, dass wir uns gesünder ernähren. Anhand des Handvoll-Prinzips erklärt das Buch, wie und aus welchen Komponenten eine gesunde Mahlzeit aufgebaut sein sollte. Für meinen Geschmack hätten es etwas mehr Informationen zum Thema Ernährung sein können. Sehr gut finde ich jedoch den Rezepte-Teil im Buch. Vor allem die Vorschläge für Zwischenmahlzeiten und Pausensnacks, denn gerade hier greife ich meist zu Süß- und Fertigkram.

Ich denke, das Buch ist perfekt für Familien, die noch nicht sehr viel über Ernährung wissen und auf ihr Gewicht achten müssen. Hier bietet das Buch eine gute Herangehensweise an die tägliche Essensplanung. Außerdem erzählen vier Familien von ihren Herausforderungen und Tricks. Hilfreich dürften aber auch hier die leckeren Rezepte am Ende des Buches sein.

Bist du auch zurück aus dem Urlaub? Welche Bücher hast du im August gelesen?

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