Zeit für Dinge finden, die wirklich wichtig sind | Prioritäten setzen II

24. Januar 2017

Warum es wichtig für mich ist, Prioritäten zu setzen und warum das zunächst bedeutet, Wichtiges von Dringlichem zu unterscheiden, darüber habe ich hier geschrieben.

Der schlechteste Zeitpunkt, um mir über meine Ziele und Prioritäten klar zu werden ist, wenn mir die Aufgaben gerade über den Kopf wachen und ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Um gute und wichtige Entscheidungen treffen können, muss ich mir von Zeit zu Zeit eine Auszeit nehmen von der Hektik des Alltags. Denn nur, wenn ich mir selbst eine Pause zugestehe und „Nein“ sagen kann, haben ich genug Raum zum Nachdenken, um Dinge zu verarbeiten, zu beurteilen oder zu verstehen, was ich gerade erlebt haben.

 

Prioritäten setzen

 

Die folgenden Punkte helfen mir dabei, um im Alltag Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu finden:

  • Wirklich komisch finde ich, dass ich die dringenden Dinge immer irgendwie erledigt bekomme. Die Punkte aber, die mir wirklich wichtig sind, schreien eher nicht so laut vor Dringlichkeit. Ich habe deshalb in meinem Handy eine App für Notizen, in der ich mir alles notiere, was mir wichtig vorkommt, aber nicht dringend ist.
  • Außerdem reserviere ich in meinem Kalender feste Zeiten für die Tages- und Wochenplanung, damit die wirklich wichtigen Dinge nicht hinten runter fallen. Am liebsten mache ich das abends.
  • Auf der Arbeit nutze ich die Zeit morgens, in der ich noch alleine im Büro bin und kaum gestört werde, für die wichtigsten Aufgaben. Ich halte die Türe geschlossen, schließe mein Mailprogramm und stelle das Telefon stumm. Wenn ich fertig bin, mache ich eine Pause, um den Akku wieder aufzuladen. An Tagen, die ich nicht so beginnen kann, plane ich die wichtigste Aufgabe so früh wie möglich ein.
  • Ich möchte versuchen, die Dinge im Alltag auszusortieren, für die sich nach kurzer Zeit niemand mehr interessieren wird („Ist das in einem Monat noch relevant?“) oder die sich nach einiger Zeit von selbst erledigen.

 

Das Wichtige erledigen

 

Prioritäten setzen und umsetzen – eine Übung

Um mich in den nächsten Wochen wirklich auf meine Prioritäten zu konzentrieren, möchte ich die folgende Übung ausprobieren:

Abends nehme ich mir ein Blatt Papier und schreibe darauf die sechs wichtigsten Dinge, die ich am nächsten Tag erledigen will. Diese sechs Punkte werde ich zuerst nach Wichtigkeit sortieren und dann der Reihe nach „abarbeiten“ – (wenn möglich) ohne jede Ablenkung. Auch andere Aufgaben zwischendurch sind nicht erlaubt. Erst wenn die erste Aufgabe erledigt ist, kommt die zweite dran. Und so weiter. Und was ich am Ende des Tages nicht geschafft habe, kommt automatisch auf die Liste für den Folgetag – plus die neuen Aufgaben, insgesamt also wieder sechs.

Ich bin gespannt, was passiert! Was hilft dir am dabei, Zeit für die Dinge zu finden, die wirklich wichtig für dich sind?

Edit: In einem Kommentar wurde ich gefragt, was denn genau der Unterschied zwischen „dringend“ und „wichtig“ ist. Das sollte doch eigentlich identisch sein… Ja, da ist was dran. Im Idealfall machen wir die Dinge, die uns wichtig sind auch dringend. Leider sieht das bei vielen Menschen (zum Beispiel bei mir) anders aus. Ein paar Beispiele aus meinem Alltag: Wichtig ist mir, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Statt dessen ertappe ich mich dabei, wie ich beim Piepen auf’s Handy schaue oder „nur eben schnell“ eine Nachricht verschicke. Wichtig ist mir, mir Pausen zu gönnen. Statt dessen mache ich schnell das Bad sauber. Wichtig ist für mich, einen Post fertig zu stellen. Satt dessen schaue ich mir Videos auf Facebook an.

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LandEi

Liebe Sonja, vermutlich liegt es an zunehmender Senilität oder an mangelnder Fähigkeit, Worte wie „dringend“ und „wichtig“ im abstrakten Zustand korrekt zuzuordnen …. ich kann dir irgendwie gar nicht folgen. Schom beim letzten dringend-wichtig-Post nicht. Etwas, das nicht wichtig ist, kann nach meinem Verständnis doch gar nicht dringend sein. Dringend muss ich manchmal aufs Klo, und das ist auch wichtig, weil … na ja, ist klar. 😉 Wichtig ist, dass ich so schnell wie möglich einen Zahnarzttermin bekomme, wenn ich arg Zahnweh habe, damit mir der Zahnarzt hilft. Das ist dann auch dringend, weil es ziemlich weh tut und Schmerzen… Read more »

Frauke

Liebe Sonja, mir geht es da wie dir! So viel ist mir wichtig und doch scheint so viel dringender zu sein… Zur Zeit versuche ich pro Tag mind. 1 Stunde mein Handy nach Feierabend ganz auszuschalten. Nicht, weil es ständig piepsen würde, sondern weil ich das Gefühl brauche, gerade ganz bei mir zu sein. Nicht noch mal schnell auf Instagram schauen, was es neues gibt, nicht noch fix und nebenbei eine Nachricht beantworten. Alles schnell und nebenher. Kostet ja keine Zeit und aufgeschoben ist nur aufgehoben. Doch dabei verliere ich den Fokus auf die Realität, auf das hier und jetzt.… Read more »

sternenglück

Liebe Sonja,
ich bewundere dein organisiertes Vorgehen! Und wünsche dir, dass du mit der abendlichen Routine gut zurecht kommst.
Liebe Grüße
Sternie

LandEi

aaaah… Ach so! *grins* Jetzt verstehe ich, was du meinst.
Aber die Unterscheidung zwischen dringend und wichtig im Alltag fehlt mir tatsächlich. 😉

Findest du das Piepen des Handys dann dringend, wenn du eigentlich mit deinen Mädels spielen möchtest?
Komm, ich coache dich mal ;-)) Oder kannst du bloß nicht ganz im Hier und Jetzt sein und dich auf das, was du eigentlich gerade tun möchtest, wirklich und aus ganzem Herzen fokussieren? Oder anders gesagt: Du fällst dann ganz dringend auf irgendwelche unwichtigen Ablenkungen herein?

Fragende Grüße vom
LandEi

Nadine

Als Ergänzung zu dem dringend und wichtig noch: Das muss sich nicht unbedingt ausschließen, das kann ggf. auch beides sein. Die Begrifflichkeit geht auf die Eisenhower Matrix zurück, die vier Quadranten unterscheidet – wichtig, dringend – wichtig, nicht dringend – nicht wichtig, nicht dringend – nicht wichtig, dringend. Wichtig bezieht sich auf die Bedeutung einer Aufgabe und das dringend auf den zeitlichen Aspekt. Ich finde die Matrix selbst wirklich hilfreich, habe davon vor 15 Jahren zum ersten Mal von gelesen und das hat sich mir sehr eingeprägt. Das Schwierige ist einfach zu unterschieden zwischen: Ist etwas vielleicht nur dringend, aber… Read more »