Als Familie eine Vision entwickeln

8. Juni 2016

Vor zwei Wochen waren wir auf dem Flohmarkt in der Bonner Rheinaue. Das Wetter war perfekt, der Flohmarkt deshalb riesig und ziemlich voll. Wir hatten einen tollen Vormittag, aber ich musste auch feststellen, dass der Spagat zwischen „Ich habe da ein paar Dinge, die ich gerne finden würde“ und „Wie bekomme ich meine Familie zufrieden und gut gelaunt über den Flohmarkt“ recht groß ist.

 

Flohmarkt2

 

 

Ähnlich geht es mir im Spannungsfeld zwischen Familie und Job. Wir haben alle individuelle Wünsche und Bedürfnisse und müssen sie im Alltag möglichst gerecht „unter einen Hut bekommen“.

Mir hilft es sehr, dass wir uns von Zeit zu Zeit zusammen hinsetzen und überlegen… Denn ohne gemeinsame Ziele und Vision und die Erinnerungen daran könnte ich den alltäglichen Wahnsinn wohl nicht aushalten.

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“(E. Fromm)

Auch wenn es recht unromantisch klingt, als Familie Ziele und Visionen zu haben hilft uns gerade in schwierigen und stressigen Zeiten auf Kurs zu bleiben und den Alltag zu bewältigen.

 

Als Familien eine Vision entwickeln

 

Wir setzen uns regelmäßig (etwa ein- bis zweimal im Jahr) zusammen und sammeln Ideen und Wünsche aller Familienmitglieder*. Wir nehmen uns Zeit und sorgen dafür, dass wir nicht gestört werden. Die folgenden Fragen helfen uns beim Austauschen:

  • Was macht unsere Familie aus?
  • Welche Werte, Traditionen, Rituale oder Regeln sind uns wichtig?
  • Wie wollen wir miteinander und mit unseren Mitmenschen umgehen?
  • Welche Ziele haben wir als Familie?
  • Welche Vorbilder haben wir? Was gefällt uns bei anderen Familien gut?
  • Was macht uns als Familie glücklich und zufrieden?
  • Welche Spuren wollen wir als Familie in der Gesellschaft hinterlassen?

 

*Für unsere kleinste Tochter überlegen wir uns leichtere Fragen, wie z.B. „Was magst du an unserer Familie?“. Vor allen Dinge hört sie zu, kommentiert und ergänzt.

Wir sammeln die Antworten. Dabei hat jede Antwort und Meinung ihre Berechtigung und wird ernst genommen und nicht bewertet, jeder kommt zu Wort und wir schreiben alle Punkte auf.

Im nächsten Schritt versuchen wir, das Notierte zu sortieren:

  • Welche Werte sind wichtig / uns am wichtigsten?
  • Auf welche Ziele und Regeln können wir uns gemeinsam einigen?
  • Welche Punkte müssen wir noch genauer besprechen?

 

flohmarkt1

 

Am Ende überlegen wir gemeinsam, wie wir die Ergebnisse festhalten. Das können aufgeschriebene Punkte sein oder ein (zusammen gestaltetes) Bild. Diese Familienzeiten sind ganz schön anstrengend, aber sie machen trotzdem Spaß.

Es ist wichtig, dass wir nicht sofort fertige Lösungen finden müssen. Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis. Unsere Erfahrung ist, dass sich viele Werte und Ziele durchziehen und viele Diskussionspunkte bleiben, aber mit der Zeit verändern sich auch einige Punkte.

Und nun bin ich neugierig: Welche Erfahrungen hast du mit Zielen und Visionen gemacht? Hast du dich schon einmal mit deiner Familie zusammen gesetzt?

P.S.: Mehr Tipps und Inspiration findest du in meinem E-Kurs „Familie gestalten“.

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Brigitte

Liebe Sonja,
die Familien Vision ist wunderbar…(und abgespeichert..)
besonders der Satz „welche Spuren wollen wir als Familie in der Gesellschaft hinterlassen“
ein herzliches , DICKES DANKE dafür.
& für den Flohmarkt…vielleicht einfach ,die Lieben machen lassen….und an sich denken?!
mein Mann sagt mir ,immer , das ich mir zu viele Gedanken mache…vielleicht ist es bei Dir genauso??!!
herzliche Grüße
Brigitte

Franzy vom Schlüssel zum Glück

Also wir sind ja noch keine Familie, sondern nur zu zweit,a ber auch da ist es ab udn an schons chwierig alles unter einen Hut zu bekommen.
Gerade jetzt im Sommer ist auch bei den PFadis udn den anderen Vereinen so viel los,dass wir darauf achten müssen,d ass wir uns unter der Woche überhaupt sehen.. geschweigedenn am wochenende..
da braucht es auch oft einen Plan 🙂

Viele liebe Grüße

Franzy

Anja Gerhardt

Hallo Sonja,
deinen Artikel zur Familienvision finde ich sehr anregend, schön dass ich darauf gestoßen bin. Das werden wir zum Jahreswechsel gleich ausprobieren.
Wie lange habt ihr gebraucht für eure Visionsreise? Hast du methodische Tipps, wie man es für Kinder (zwischen 9 und 11 Jahren) lustig, kurzweilig gestalten kann?
Grüße,
Anja