Meine Sommer-Lektüren über Gelassenheit, Körpersprache und die Clownmethode

27. August 2018

Ich habe mal wieder Lesetipps… Die Sommerferien sind zu Ende und in dieser Woche geht bei uns der Alltag wieder los, auch wenn ich mich noch ein wenig dagegen wehre. Wir hatten einen wunderschönen und sehr entspannten Urlaub und ich hatte endlich mal wieder Zeit, in Ruhe ein paar Bücher zu lesen. Drei davon möchte ich heute vorstellen:

 

LesetippsDas Glück der Gelassenheit

 

Das Glück der Gelassenheit*“ von Susanne Weingarten und Annette Bruhns (Hrsg.)

Gelassenheit beginnt im Kopf, doch sie spiegelt sich im Körper wider. Wie aber gewinnen wir heute Gleichmut und Abgeklärtheit, in einer Zeit, die so viele Menschen als hektisch, durchgetaktet und fremdbestimmt empfinden?“ Dieses Buch hat mich den ganzen Urlaub über begleitet, denn es setzt sich aus über 20 ganz unterschiedlichen Geschichten und Interviews zusammen, die drei Rubriken zugeordnet sind: „Was uns Stress macht“, „Was uns Ruhe gibt“ und „Was uns durch den Alltag trägt“.

Die Artikel gehen dabei das Thema „Gelassenheit“ von ganz unterschiedlichen Seiten an und beschäftigen sich zum Beispiel mit Burnout, Reizüberflutung, Traumata, Meditation, Flow, Wellness sowie überzogene Ansprüche an das eigene Leben. Auch wenn nicht alle Kapitel gleich interessant für mich waren und das Buch kaum wirklich praktische Tipps und Antworten auf die eingangs gestellte Frage gibt, haben mich doch viele der oft sehr persönlichen Texte zum Nachdenken gebracht.

 

Dein Körper spricht für dich

 

Dein Körper spricht für dich*“ von Amy Cuddy

Dieses Buch ist ein wenig wie eine Vorlesung in Sozialpsychologie. Die Autorin Amy Cuddy ist Professorin an der Harvard Buisness School und vor allem durch ihren TED-Talk bekannt geworden. In ihrem Buch hat sie wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Erfahrungen mit der Wirkung von Ausstrahlung zusammengefasst.

Es wechseln sich alltäglichen Situationen und Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse ab, was das Buch sehr verständlich, teilweise aber auch etwas langatmig macht. Der Untertitel „Von innen wirken, überzeugen, ausstrahlen“ ist etwas irreführend, da es sich nicht um einen Ratgeber handelt, aber die einzelnen Kapitel halten mit ihren Themen und Informationen trotzdem zum Nach- und Umdenken an.

Für mich besonders spannend waren die Ausführungen der Autorin zur persönlichen Ausstrahlung („Wir überzeugen durch unsere Ausstrahlung. Und um andere zu überzeugen, müssen wir uns auch selbst überzeugen.„) und das Annehmen der eigenen Geschichte („Körperliche und seelische Widrigkeiten prägen uns. (…) Diese Dinge müssen wir nicht nur akzeptieren, sondern annehmen und sogar als Stärke betrachten. (…) Sie sind da. Und was sollen wir sonst mit ihnen tun, als sie offen einzugestehen?„). Auch das Interview der Autorin mit der Schauspielerin Julianne Moore über das Thema „Präsens“ sowie die Ausführung zum Thema „Körpersprache und Geschlecht“ fand ich sehr spannend.

 

Die Kunst des spielerischen Scheiterns

 

Die Kunst des spielerischen Scheiterns*“ von Michael Stuhlmiller

Dieses Buch war mein Highlight. Michael Stuhlmiller ist Gründer der Mainzer Clownschule und hat die Clown-Ausbildung mit therapeutischen Ansätzen vermischt. Der Untertitel des Buches lautet deshalb: „Wahres Selbstvertrauen gewinnen mit der Clownmethode“.

Der Autor zeigt Wege auf, wie aus der Sicht eines Clowns schwierige Situationen anders und leichter betrachtet werden können und wie Scheitern kein Scheitern bleiben muss. Ein Clown betrachtet eine Herausforderungen aus der Distanz und von allen Seiten, findet überraschende Lösungen oder stellt Dinge auf den Kopf und findet immer eine komische Seite.

In den sechs Kapiteln gibt es viele praktische Beispiele aus der Clown-Ausbildung und den Seminaren des Autors und 33 verschiedene Übungen. Aus meiner Sicht ist die Stärkung des eigenen Selbstvertrauens nur ein kleiner Teil des Buches, es geht vielmehr darum, die Sicht auf und den Umgang mit sich selbst, andere, Druck und Konflikte zu verändern und zu vereinfachen. Alles darf etwas spielerisches haben.

Die Sichtweisen im Buch laden mich ein, neue Wege im Umgang mit mir und anderen zu gehen und auszuprobieren. Zum Beispiel in Konfliktsituationen: „In einem Konflikt geht es zwar immer um Meinungsverschiedenheiten, doch energetisch gesehen ist es ein Verlust von Orientierung, Erdung und Selbstwahrnehmung.“ Meinungsverschiedenheiten sollten deshalb nicht sofort ausdiskutiert werden. „Wahres Selbstvertrauen muss nicht immer Recht haben. Es sorgt stattdessen dafür, Stabilität zu verleihen, wenn Mitmenschen aus ihrer Achse fallen. […] Stellen Sie sich einmal vor, ihr Konfliktpartner würde sich voll und ganz auf ihre Seite schlagen. Auf einmal bekämen Sie, was Sie tatsächlich am meisten brauchen: Stabilisierung. […] Die Meinungsverschiedenheit diskutieren können Sie später noch.“ Falls nötig.

Über Selbstzweifel im Umgang mit anderen Menschen schreibt Stuhlmiller: „Unser Zweifel gründet sich vor allem auf unserer Angst vor der Bewertung durch andere Menschen. Dagegen hilft die Fokusbeziehung. Anstatt uns auf den anderen zu fixieren, lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf den Fokus, das heißt das, was unser Gegenüber tut oder bewegt. Das, was die Person sonst ausmacht – Kleidung, Haarfarbe oder was immer wir in eine Bewertung aufnehmen – lassen wir dabei außen vor.

Ich könnte viele weitere tolle Impulse aus dem Buch aufschreiben, belasse es aber bei einer klaren Lese-Empfehlung.

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