Buchempfehlungen

Vier Lieblingslesetipps – für bessere Beziehungen, einen grünen Daumen und mehr Selbstverantwortung

18. März 2021

Die stürmischen, verregneten letzten Tage habe ich vor allem genutzt, um vor dem Kamin zu sitzen und zu lesen. Vier der Bücher haben mir besonders gut gefallen und deshalb stelle sie euch heute vor:

Kommunikationsbücher

Die Kraft des Dialogs*“ von Dr. med. Mirriam Prieß

Ein absolutes Knallerbuch, von dem ich mir wirklich wünschte, dass es möglichst viele Menschen lesen! Denn die Autorin beschreibt in diesem Buch, wie Beziehungen gelingen – mit anderen und mit sich selbst. Unser Leben besteht aus vielen, unterschiedlichen Beziehungen, „wir stehen in Beziehung zu unserer Umwelt, zu dem System, in dem wir uns befinden. Wir stehen in Beziehung zu dem, was wir tun, und wir stehen in Beziehung zu uns selbst. Gelingen unsere Beziehungen, gelingt unser Leben.“

Die Autorin beschreibt zunächst die fünf wichtigsten Aspekte, die für einen gelingenden Dialog wichtig sind: Interesse, Offenheit, Empathie, Augenhöhe & Respekt, Wertschätzung & Liebe. Nach diesem Kapitel hatte ich schon eine ganze Menge zum Nachdenken – und Üben, denn durch das ganze Buch ziehen sich viele Geschichten aus der Praxis der Autorin und Übungen und Selbstreflexionen. In diesem Buch gibt es so viel (über sich) zu entdecken und zu lernen.

Im zweiten Kapitel geht es um äußere Dialoge, also Beziehungen zu anderen Menschen im beruflichen oder privaten Kontext. „Damit Beziehungen gelingen und wir uns nicht verlieren, brauchen wir ein Gleichgewicht zwischen Ich, Du und Wir. Dialog bedeutet, dass ich nur zu einem Drittel in der Beziehung stattfinde.“ Deshalb ist es wichtig, sich aufrichtig für den anderen zu interessiere, das Gemeinsame im Blick zu haben und trotzdem für sich selbst stehen zu können. „Je mehr ich über eine eigene Identität verfüge, umso offener kann ich mich für neue Welten öffnen.“

Dafür ist der innere Dialog, die Beziehung zu mir selbst wichtig. Denn „unser Ich ist unser Halt, der innere Dialog ist das Fundament, um im Außen Begegnungen auf Augenhöhe zu führen„. Während Interesse, Offenheit und Empathie mich darin unterstützen, mich für mich selbst zu öffnen und zu fühlen, führt mich die Augenhöhe zu dem, was ich bin: Was sind meine Bedürfnisse? Wo liegen meine Grenzen? Was ist meine Komfortzone? Wo beginnt meine Integrität? „Wir können nur der sein, der wir sind, wenn wir auch respektieren, wer wir sind.“

Im Kapitel über die innere Realität geht es darum, zu schauen, welche Erfahrungen wir bisher mit Beziehungen gemacht haben, denn „je negativer unsere Beziehungserfahrungen und je schwächer wir in unserem Ich sind, je leerer und sprachloser die Beziehung zu uns selbst ist, umso größer ist der Anteil der Projektionen, die wir in die Beziehung mit einbringen und nicht als unseren Anteil erkennen, sondern dem anderen „zuschieben“. Wie man solche Kränkungen und Verletzungen auflösen kann und wie Vergebung gelingt, beschreibt die Autorin im letzten Kapitel. „Wir haben, sobald wir erwachsen sind, unser Leben in der Hand. Wir sind Gestalter. Wir entscheiden, ob wir unser Leben im Dialog leben oder nicht.

kommunikation, Dialog, Kommunikationsbücher
Zuhören lernen, Kommunikationsbücher

Immer auf Sendung, nie auf Empfang – Warum wir einander endlich zuhören müssen*“ von Kate Murphy

Ich halte mich eigentlich für einen guten Zuhörer, aber ob sich andere gerne mit mir unterhalten, das weiß ich nicht. Es kommt schon vor, dass ich während eines Gesprächs so mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt bin, dass ich die andere Person quasi auf stumm geschaltet habe. Oder dass ich, während jemand spricht, überlege, was ich fragen oder antworten könnte.

Die Autorin widmet dem Zuhören gleich ein ganzes Buch. Es beinhaltet in 17 Kapiteln viele spannende Aha-Erlebnisse, faszinierende Geschichten und Forschungsergebnisse und macht Lust auf echtes Zuhören!

Ein paar Punkte aus dem Buch, die mir besonders hängen geblieben sind:

  • Echtes Zuhören hilft dabei,sich selbst so gut zu verstehen wie die, mit denen wir reden. Das Ziel von Gesprächen ist, den Gedankenaustausch mit dem Gefühl zu verlassen, etwas gelernt zu haben. Wer redet, ohne wirklich zuzuhören, verpasst Gelegenheiten.
  • Introvertierte Menschen sind nicht zwangsläufig bessere Zuhörer. Es kann für sie eine besondere Herausforderung sein, weil zu ihren vielen Gedanken noch zusätzlicher Input hinzukommt.
  • Statt Angst zu haben, nicht die passende Antwort zu haben oder selbst nicht gut dazustehen, ist Zuhören die Entscheidung, dass man sich eben keine Sorgen machen muss, was man als Nächstes sagen soll. Eine Verbundenheit wird stärker, wenn wir den Kopf frei haben, um zuzuhören.
  • Offene Fragen zu stellen bedeutet jedoch auch, dass das Gespräch sich in alle Richtungen entwickeln kann, vor allem auf emotionalem Gebiet. Offen zuzuhören erfordert deshalb ein gewisses Maß an Abenteuerlust und sogar etwas Mut.
  • Was Beziehungen zu schaffen macht: Wir haben die Angewohnheit, die Neugierde auf den anderen zu verlieren und wir glauben, die Meinung des anderen bereits zu kennen.
  • Wenn es Menschen nicht gut geht, brauchen sie meist keinen guten Rat. Das Beste, was wir tun können, ist zuzuhören: Versuchen zu verstehen, womit jemand zu kämpfen hat und anerkennen, wie er sich fühlt.
  • Oft fehlt es an ruhigen Orten zum Zuhören und an der nötigen Aufmerksamkeitsspanne. Diese leidet unter unseren Mediengewohnheiten.
  • Gute Zuhörer brauchen Neugier. Sie sind wie Detektive, die fragen: „Warum erzählt dieser Mensch mir das?“. Und sie können Pausen im Gespräch aushalten. Gute Zuhörer kennen außerdem ihre eigenen Grenzen und können anderen Grenzen setzen. Nicht immer gelingt es, eine gemeinsame Wellenlänge herzustellen – und das ist in Ordnung. Und man muss niemandem zuhören, der beleidigend ist oder uns nicht gut tut.
  • Wenn es um unsere Meinung über Dinge geht, dann werden wir in unseren Überzeugungen nur dann wirklich sicher, wenn wir zulassen, dass sie infrage gestellt werden. Zuhören bedeutet auch, „die Möglichkeit ins Auge zu fassen, dass es mehrere Wahrheiten geben kann, und zu begreifen, dass sie alle zusammen zu einer umfassenderen Wahrheit führen können„.
Gruenes Zuhause

Grünes Zuhause – Der Survival-Guide für Zimmerpflanzen*“ von Darryl Cheng

Dies ist der absolut perfekte Pflanzen-Flüsterer-Guide für alles Indoor-Grün! Die Kapitel „Der grüne Blick“ und „Zimmerpflanzen verstehen“ halten, was sie versprechen und ermutigen, „die Umgebungsbedingungen im eigenen Zuhause zu verstehen, genau zu beobachten und zu akzeptieren, was die Natur daraus macht„. Es gibt außerdem Tipps zum Kauf, zum passenden Standort, zu Licht, Substrat, Wasser, zum Zurückschneiden, Umtopfen und Vermehren. Vor allem die Tipps gegen Schädlinge haben mir schon sehr geholfen (Wer keine Trauermücken möchte, sollte auf komposthaltige Erde verzichten.)!

Es ist absolut faszinierend, mit wie viel Liebe zum Detail der Autor dann 19 einzelnen Pflanzen beschreibt: Wo sie herkommen, welche Eigenheiten sie haben, welche Strategien sie zum Überleben und Wachsen anwenden, wie man sie großzieht, vermehrt oder retten kann, wenn eine Pflanze fast eingegangen ist. (Es lohnt sich übrigens, Derryl Cheng auf Instagram zu folgen: @houseplantjournal)

coaching, meditation, yoga

Du hast dein Leben in der Hand*“ von Rebella Bex

Dieses Buch ist wie ein Wachrüttler, den man von Zeit zu Zeit braucht. Ich werde nicht weiser und entspannter mit dem Alter, auch wenn ich gehofft habe – ich muss mir jeden Tag auf’s Neue vor Augen halten, dass ich es in der Hand habe, ob ich mich von Angst, der Meinung anderer oder meinem Ego abhängig machen möchte oder ob ich selbstbestimmt und bewusst leben möchte. Hierfür liefert die Autorin mit diesem Buch eine Anleitung. Für Leserinnen, die mit Yoga und Spiritualität bisher nichts zu tun hatten, sind die Kapitel sicher zunächst etwas fremdartig formuliert. Darauf sollte man sich aber einlassen.

Wir erzählen uns selbst Geschichten über uns selbst und erschaffen damit unsere eigene Wahrheit. Diese ist häufig nicht sehr freundlich und hilfreich und wird beeinflusst zum Beispiel von der Meinung anderer über uns. Glauben wir dieser Geschichte, werden wir passiv und übersehen dabei oft, dass wir nicht diese Geschichte sind, die wir über uns selbst erzählen und wir ihr nicht folgen müssen. Rebella Bex lädt mit diesem Buch dazu ein, aktiv zu werden, die Verantwortung für das eigene Leben in die Hand zu nehmen, Ohnmacht in Macht, Verwirrung in Klarheit, Angst in Liebe zu verwandeln: „Wie wäre es, wenn wir endlich ändern würden, was wir wirklich ändern könne, nämlich unsere Energie, unsere Sicht auf die Dinge, unsere Handlungsimpulse, unser Herz, unsere Themen. […] Indem du dein Bewusstsein veränderst, veränderst du auch die Art und Weise, in der du das Licht formst, das durch dich hindurchfließt. Beispielsweise dann, wenn du dich mit Wut oder Ärger auseinandersetzt und stattdessen Mitgefühl wählst.“ Im Alltag ist das oft schwierig, von negativen Gefühlen wieder in einen positiven, energiegeladenen und selbstverantwortlichen Zustand zu kommen. Deshalb stellt die Autorin drei Schritte vor, die mit etwas Übung zu einem festen Ritual werden können:

  1. Klarheit wählen: Ich entscheide mich, ganz im Hier und Jetzt zu sein und aktiviere meinen freien Willen.
  2. Freiheit wählen. Ich nehme die Situation an, wie sie ist und beobachte alle negativen Gedanken und Gefühle. Ich wähle bewusst Liebe statt Negativität und Angst.
  3. Frieden wählen. Mit der Veränderung der Wahrnehmung spüre ich, dass ich mit etwas verbunden bin, was größer ist als ich selbst. Das schenkt mir Vertrauen in mich selbst und in das Leben.

Zu jedem Schritt stellt sie Atemübungen, eine Meditation und Yoga-Übungen vor und gibt Tipps, welche Fragen und Affirmationen helfen können.

P.S.: Ich empfehle hier ausschließlich Bücher, die ich persönlich mag. Damit ist das natürlich Werbung für die entsprechenden Bücher, jedoch erhalte ich hierfür kein Geld. Geld erhalte ich nur, wenn ihr auf die Links im Post klickt und darüber bestellt, denn es handelt sich um *Amazon-Partnerlinks. Jedoch könnt ihr die Bücher natürlich auch in eurem Buchladen vor Ort kaufen!

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